Pressemitteilung von Vertretern der regionalen Wirtschaft zum Standort des geplanten neuen Heidekreis-Klinikums

Pressemitteilung von Vertretern der regionalen Wirtschaft
zum Standort des geplanten neuen Heidekreis-Klinikums

Die Wahl des Standorts für den Neubau des Heidekreis-Klinikums ist nicht nur für jeden einzelnen Bürger von großer Bedeutung, sondern auch für die regionalen Unternehmen. Stabile und wirtschaftlich gesunde kleine und mittelständische Betriebe sind das Rückgrat des Landkreises. Unternehmen aus dem Heidekreis blicken aufgrund der aktuellen Standortentscheidung für das neue Klinikum mit Sorge in die Zukunft. Vertreter der regionalen Wirtschaft aus Soltau, Schneverdingen, Neuenkirchen, Munster und Bispingen äußern daher ihre Bedenken.

Zum einen gilt dies mit Blick auf die zukünftige Personalgewinnung. Denn bei dieser stehen die hiesigen Unternehmen in Konkurrenz zu Wettbewerbern aus anderen Landkreisen und der dortigen Gesundheitsversorgung. Zum anderen bestehen weiterhin erhebliche Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der aktuellen Planung.

„Für die Unternehmen im gesamten Heidekreis ist ein leistungsstarkes Klinikum mit einem guten medizinischen Versorgungsangebot, das für alle Bürger gleichermaßen erreichbar ist, ein eminent wichtiger Standortfaktor“, sagt Dirk Pfemfert, Geschäftsführer der MaiMed GmbH aus Neuenkirchen. Herr Pfemfert ergänzt: „MaiMed sowie auch andere Betriebe sind darauf angewiesen, qualifiziertes Personal, wie beispielsweise Hochschulabsolventen aus Hannover, Bremen oder Hamburg, anzuwerben. Für diese Personen ist eine gute und nahe Gesundheitsversorgung sehr wichtig. Ein Klinikneubau in zu großer Entfernung der Betriebe würde die Personalgewinnung und damit die Weiterentwicklung der betroffenen Betriebe erschweren.“

Jürgen Röders, Geschäftsführer der Röders GmbH aus Soltau, sieht in dem Verfahren zur Standortwahl eine vertane Chance: „Bei der Standortwahl für Bad Fallingbostel und den diese begründenden Gutachten sind die Besonderheiten des Heidekreises nicht berücksichtigt worden, so dass jetzt tiefe Gräben im Heidekreis aufgeworfen werden, die sich auch auf Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit des Klinikums auswirken werden. Dabei wäre ein gemeinsames Klinikum in der von Nord- und Südkreis schon immer als solche betrachteten Mitte bei Dorfmark eine große Chance gewesen, den Heidekreis zu einen. Auch jetzt noch könnte eine Verständigung auf die objektive Mitte im Heidekreis zu einer versöhnlichen Lösung des Konfliktes beitragen. Für die Unternehmen im ländlichen Raum ist die Personalgewinnung ähnlich schwer wir für ein Klinikum. Ein Standort bei Dorfmark wirkt auf Bewerber für unseren Betrieb noch nah. Wenn das neue Klinikum aus Nordkreissicht hinter Fallingbostel liegt, wird das für die Unternehmen im Nordkreis zu einer Belastung für deren zukünftige Entwicklung. Ein Klinikneubau ist eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Daher sollte der Standort sorgfältig und mit Bedacht gewählt werden und nicht von möglicherweise kurzfristig zu erlangenden Fördermitteln abhängig gemacht werden.“

Es geht also neben einer ausgewogenen medizinischen Versorgung für alle Heidekreis-Bürger ebenso um die wirtschaftlichen Aussichten und die Zukunft der Unternehmen hier vor Ort. „Es ist schon jetzt schwer, im ländlichen Bereich gutes Personal halten zu können.
Ist dann noch die Gesundheitsversorgung mit großen Anfahrtswegen verbunden, stellt es für den Arbeitnehmer einen weiteren Faktor dar, sich den Arbeitsplatz in einem mit recht
zentraler, medizinischer Versorgung angelegten Ort zu suchen“, betont Ilse-Marie Gellert von der Gellert Transport & Erdarbeiten GmbH & Co. KG und der Heide-Flex GmbH & Co. KG aus Munster.

Ähnlich sieht es auch Mario Dreismann, Geschäftsführer von WE-EF Leuchten in Bispingen: „Aufgrund des demographischen Wandels und zunehmender Immobilität im Personalmarkt stellt sich die Personalgewinnung immer schwieriger dar. Würde das neue Klinikum nun für Unternehmen des Nord- oder Südkreises zu weit entfernt sein, würde dies die Attraktivität der betroffenen Betriebe in den Augen der Bewerber erheblich beeinträchtigen.“

Darüber hinaus ist es eminent wichtig, dass sichergestellt ist, dass das neue Heidekreis-Klinikum in Zukunft wirtschaftlich tragfähig arbeitet und nicht dauerhaft mit Subventionen durch den Landkreis unterstützt werden muss. Arnulf Winkelmann vom Autohaus Winkelmann in Soltau gibt zu bedenken: „Ein neues Heidekreis-Klinikum kann nur dann wirtschaftlich zukunftsfest aufgestellt sein, wenn es von einer deutlichen Mehrheit der Heidekreis-Bewohner getragen wird. Das Heidekreis-Klinikum dient in erster Linie der medizinischen Versorgung der Einwohner des Heidekreises. Damit kann ein Neubau nur in einer zentralen, breit akzeptierten Lage eine tragfähige Lösung sein.“ Weiter stellt Winkelmann klar: „Außerdem geht es doch darum, einen möglichst fairen Kompromiss für alle Bürger zu finden, der Nord- und Südkreis näher zusammenbringt. Hierfür setzen wir uns weiter ein und fordern bei der Standortwahl die Interessen aller Bürger und Unternehmen des Landkreises angemessen zu berücksichtigen.“

Die Lösung kann also nur ein Neubau an einem zentralen Standort im Heidekreis sein. „Ein Heidekreis-Klinikum in der Mitte des Landkreises ist der einzig gangbare Weg. Das schafft breite Akzeptanz und hohe Patientenzahlen – Garanten für nachhaltiges Wirtschaften,“ hält Hanno Schröder von der OTTO SCHRÖDER Tiefbaugesellschaft mbH aus Schneverdingen fest.

Was die öffentliche Diskussion rund um die Standortfrage in den regionalen Unternehmen für Folgen hat, weiß auch Hans-Gert Kalender von der Tamke Technics GmbH aus Soltau. Abschließend fügt er hinzu: „Der Nord-Süd-Konflikt des Heidekreises zieht sich mittlerweile auch durch die Belegschaften und führt zu Reibereien und Unfrieden. Eine politisch ausgewogene Lösung wäre deshalb dringend anzuraten.“

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